Keine Teilnahme an der Fair-Trade-Towns-Kampagne

27. Januar 2015 | Kommunalpolitik

Leider konnte sich in der Stadtratssitzung am 26.1.2015 keine Mehrheit für eine Teilnahme an der Kampage finden. Ausser uns Sozialdemokraten stimmte niemand(!) für den Antrag. Zu "bürokratisch" wäre die Kampagne für Krumbach.

Was sind denn Fair-Trade-Towns"?

Die Fairtrade Towns Kampagne wird von TransFair getragen. TransFair ist ein gemeinnütziger Verein, der von 34 angesehenen Institutionen wie

  • Unicef
  • Misereor
  • Brot für die Welt
  • Welthungerhilfe
  • Verbraucherinitiative

getragen wird. Ziel ist es, den Konsum verantwortlich zu gestalten und so die Armut im Süden abzubauen. Fairtrade baut eine Brücke zwischen Produzenten und Verbrauchern. TransFair vergibt in Deutschland das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Waren. Zurzeit profitieren 1,3 Millionen Kleinbauern und Arbeiter in über 70 Ländern vom Fairen Handel.

Fairtrade-Towns fördern gezielt den Fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den Fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Und das aus gutem Grund, denn das Thema Fairer Handel liegt im Trend: In Deutschland wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen. Auf kommunaler Ebene spielt der Faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, zunehmend auch bei der öffentlichen Beschaffung. Die Fairtrade-Towns Kampagne wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter von den Initiativen „Deutschland – Land der Ideen“ und vom Rat für nachhaltige Entwicklung mit dem Werkstatt N Qualitätssiegel.

Antrag Fair-Trade-Towns 2015-01-26 (PDF, 68 kB)

Die Fairtrade-Towns Kampagne bietet Kommunen viele Anknüpfungspunkte, darunter:

  • Startschuss für ein faires, nachhaltiges Engagement in einer Kommune
  • Übernahme sozialer Verantwortung
  • Positionierung als innovative und weltoffene Kommune
  • Anstoß für Projekte neuer Kooperationspartner
  • Vorbildfunktion für Bürgerinnen und Bürger sowie Nachbarkommunen
  • Umsetzung von Aktivitäten im Rahmen der Lokalen Agenda 21
  • Impuls für das Thema nachhaltige Beschaffung
  • Netzwerk bestehender Fairtrade-Towns mit intensivem Austausch
  • Internationale Vernetzung mit über 1600 Fairtrade-Kommunen in über 25 Ländern – darunter London, Paris, Rom, San Francisco

Kosten und Personalaufwand

Die Teilnahme an der Kampagne Fairtrade-Towns ist kostenfrei. Ebenso ist die Beratung und Betreuung der Kommunen durch TransFair sowie alle Materialien und die Nutzung einer Online-Plattform kostenfrei. TransFair bietet den Kommunen das ganze Jahr über die Möglichkeit, mit geringem Aufwand auf kommunaler Seite an weiteren Aktivitäten zum Fairen Handel teilzunehmen. Hierfür werden Aktionsideen, Hintergrundinformationen und Materialien aufbereitet und den Kommunen zur Verfügung gestellt. Solche Aktionsideen umfassen auch große öffentlichkeitswirksame Aktionen wie eine deutschlandweite Tour mit einem Bananen-Bus durch zehn verschiedenen Fairtrade-Towns im Jahr 2014 ohne jegliche Kosten für die Kommunen.

Der Personalaufwand in einer Kommune für den Bewerbungsprozess als Fairtrade-Town lässt sich nicht pauschal benennen. In der Regel werden die Arbeitsbereiche nach Kapazitäten und Kompetenzen innerhalb der Steuerungsgruppe auf mehrere Personen aufgeteilt. Zudem fördert und bündelt die Kampagne das bürgerschaftliche und oft ehrenamtliche Engagement in einer Kommune, das monetär nicht aufzurechnen ist. Das Schlüsselelement der Kampagne Fairtrade-Towns ist die erfolgreiche Vernetzung verschiedener Akteure aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Unzählige Best-Practice Beispiele aus Kommunen weltweit zeigen den positiven Effekt der Kampagne, Projekte neuer Kooperationspartner anzustoßen und mit kreativen Ideen einen Mehrwert für Kommunen zu schaffen. Die beiliegenden Best-Practice Broschüre „Von 0 auf 150“ bietet hier einen Überblick.

Von 0 auf 150 (PDF, 4,52 MB)

Unsere Nachbarn Weißenhorn und Günzburg nehmen an der Kampagne teil:

Fair-Trade Weißenhorn (PDF, 986 kB)

Günzburg

Günzburg ist Fairtrade-Stadt (PDF, 623 kB)

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